Angelika Tittl
25
Jun
Unterwegs auf der Via Danubia-Lauschtour in Bayern
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Kommentare

Der Sommer in Bayern ist in Sicht – Familien rauf auf´s Rad!

Römer, Ruinen, Schautafeln – langweilig für Kinder? Dann kennen Sie und ihr Nachwuchs noch nicht die Familienradtour Via Danubia – eine Lauschtour in Bayerisch-Schwaben! Perfekt für einen Familienausflug in Bayern.

Ein Selbsttest – mit Juli (12) und Jordan (9).

Wir starteten in Gundelfingen und fuhren Richtung Lauingen. Angekommen am Römischen Tempel in Faimingen – ein Lauschtour-Stop und bedeutende Sehenswürdigkeit im Donautal. Ein paar Ruinen, eine Schautafel und viiiiel alte Geschichte – wir sind gespannt ob der Nachwuchs nicht gleich am ersten Lauschpunkt uns knörrend fragt – können wir nicht umdrehen, Geschichte ist echt langweilig.

Beim Lauschpunkt am Apollo-Grannus-Tempel in Faimingen

Beim Lauschpunkt am Apollo-Grannus-Tempel in Faimingen – eine römische Sehenswürdigkeit in Bayern

Aber weit gefehlt, fast andächtig saßen die beiden auf der antiken Säule und lauschten den Ausführungen von Lauschtour-Reporter Mario Neises. Eigentlich ist hier am Apollo-Grannus-Tempel der letzte Lauschpunkt – an der größten rekonstruierten Tempelanlage nördlich der Alpen. Aber das ist das Geniale an den Lauschtouren – man kann irgendwo einsteigen und verpasst nichts, da die einzelnen Lauschpunkte immer eine in sich geschlossene Geschichte beschreiben.

In Lauingen am Marktplatz waren wir zu früh um den Schlüssel für den Schimmelturm in der nahen Gaststätte abzuholen. Kein Problem sagte Jordan – dann müssen wir eben nochmals herkommen. Danach kamen fast 8 Kilometer ohne Lauschpunkt. Für unsere Lauschpunkthungrigen Kids eine echte Durststrecke. Ständig den Blick auf dem Tacho – noch 6, noch 5, noch 4 km …und dann noch ein Berg. In Aislingen galt es zum Sebastiansberg 12 % Steigung zu überwinden, mit einem Dreigang-Kinderrad keine leichte Aufgabe. Jordan strampelte wie der Wilde, aber am Schluss schob die Familie doch gemeinsam die Räder zur Kapelle hoch. Unten am Berg erwarteten uns Angusrinder, die grasten genüsslich und oben genossen wir Zweibeiner Müsliriegel und Apfelsaftschorle. Radeln macht ganz schön durstig und so wurden schnell vier 0,5 Liter Flaschen geleert.

Am Fußballplatz von Aislingen machte Jordan den Vorschlag – hier können wir doch um Leitungswasser fragen bevor wir auf der Tour verdursten. Glück gehabt – nach dem Frühschoppen war noch der Aufräumtrupp da. Jordan rannte rein ins Vereinsheim und erklärte dem Team, dass er heute noch 40 Kilometer radeln muss und nichts mehr zu trinken hat. Klar bekam er nicht nur Leitungswasser, sondern auch noch Apfelsaft in seine Flasche. Dann zauberte er aus der Satteltasche noch drei weitere Flaschen – auch diese wurden augenzwinkernd gefüllt.

Als er uns draußen berichtete war er voller Stolz, meinte aber – vielleicht sollten wir doch etwas Geld geben. Nachdem wir dies erledigt hatten, ging es schwungvoll bergab und weiter Richtung Offingen. Gott sei Dank gab es jetzt wieder mehr Lauschpunkte, obwohl teilweise nur wenige Reste aus der Römerzeit noch zu sehen war, hörten alle gespannt den Geschichten zu. Juli radelte jetzt voraus und wartete an einer Kreuzung, dort kam ein Mann mit Obstkorb auf Sie zu. Sah Sie schon so ausgehungert aus, oder warum schenkte er ihr sofort einige Aprikosen?

Der römische Aussichtsturm bei Offingen

Ganz schön imposant der Römerturm bei Offingen – Das Highlight des Familienausflugs

Wir wollten noch zum römischen Wachturm in Offingen, bevor wir die Familienabkürzung zur Donau nahmen um nach Gundelfingen zurück zu fahren. Leider steht der Wachturm am höchsten Punkt und das bedeutet nochmals kräftig in die Pedale treten. Der Wachturm war ein echtes Highlight – die Lauschtour-Geschichte, der Hammer-Ausblick über das Schwäbische Donautal bis hin zum Ulmer Münster, sowie die Getränkevorräte vom SV Aislingen ließen die Strapazen schnell vergessen.

 

Wachsoldat mit Guckloch am römischen Aussichtsturm in Offingen

Ein Spaß für Groß und Klein – Der Wachsoldat am römischen Aussichtsturm bei Offingen

 

Hinunter nach Offingen ließen wir es alle einfach rollen. An der Radlertankstelle an der Donau rief Juli – „Pause ich will Pommes“. Manches ändert sich einfach nie. Jordan erzählte allen am Biertisch, dass er schon fast 40 Kilometer geradelt sei und genoss nicht nur Pommes rot/weiß sondern sichtlich die Komplimente der anderen Biergartenbesucher.

Gut gestärkt machten wir noch einen Badestopp am Wünschsee – einem kleinen verwunschenen Badeparadies in Bayern. Drei Mal „Seedurchschwimmen“ war konditionell kein Problem. In Gundelfingen bogen wir zur Eisdiele ab, da rief Jordan – erst müssen wir aber noch zu Lauschpunkt 9, den haben wir vergessen! Unglaublich Römer statt Schokoeis, da sagt noch jemand Kinder interessieren sich nicht für Geschichte. Die nächste Lauschtour kann kommen!

Unser Tipp:

Auf die Räder fertig los – eine einzigartige Familienradtour in Bayern wartet.

Smartphone-Besitzer können sich die Lauschtour-App kostenlos unter „Bayerisch-Schwaben-Lauschtouren“ downloaden. Oder man leiht sich einfach an den Verleihstationen (Genießerhotel Lodner in Lauingen, Landgasthof Adler in Aislingen, Touristinfo Günzburg, Landgasthof Sonne in Gundelfingen) einen kostenlosen iPod aus.

Kommentare
Das sagen andere ...
  1. Ute Rotter Ute Rotter says:

    das hört sich nach einer Klasse-Tour an. Ist auf dem Ferienkalender notiert…

  2. Dagmar Derck Dagmar Derck says:

    Welch ambitionierte Radler und Geschichtsinteressierte! Toller Bericht! Lädt auf jeden Fall zum Nachradeln ein. … oder animiert zu einer der anderen interessanten Lauschtouren in der Familien- und Kinderregion Landkreis Günzburg (www.familien-und-kinderregion.de/lauschtour) oder anderswo in Bayerisch-Schwaben …

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