Gastbeiträge
04
Mai
Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen
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In einem unbekannten Land – Im Bayerischen Bienenmuseum Illertissen

…von Botschafter-Familie Gebauer:
Eigentlich gehen wir am 1. Mai immer zum Wandern. Allerdings war das Wetter an diesem Maitag nicht wirklich einladend, und so hielten wir den traditionellen Spaziergang eher kurz, nämlich vom Parkplatz zum Vöhlinschloss, in dem das Bienenmuseum untergebracht ist.

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Illertisser Bienenweg

Rund um das sehr schöne Schlösschen verläuft ein Bienen-Wanderweg, auf dem es bei schönem Wetter Bienenstöcke, Blumenwiesen und allerlei Insekten zu beobachten gibt. Aber bei Dauerregen bleiben die Bienen im Stock und auch wir beeilen uns, ins Trockene zu kommen.

Bildhauerin für Bienen

Gleich am Eingang empfängt uns eine nette Dame und weist uns auf eine Foto-Ausstellung über Bienenbeuten hin. Bienenbeuten – nie gehört.

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Fotoausstellung über die Bienen-Bildhauerin

Wir betreten also den Ausstellungsraum und sehen Bilder von bunten Holzskulpturen. Eine riesige Banane steht auf einer grünen Wiese, ein großer Buddha wird von Bienen umschwärmt und daneben sieht man Fotos einer Frau in Holzfällerkluft mit Motorsäge, wie sie an den Skulpturen werkelt.
Beuten sind Bienenhäuser, die früher aus ausgehöhlten Baumstämmen, Strohkörben, Weidenkörben und ähnlichem Material gefertigt wurden. Darin bauten die fleißigen Bienchen ihre Waben.

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Bananen-Beute

Die Bienen-Bildhauerin Maria Jönsson macht für die Bienen bunte, lustige, spektakuläre, auffallende oder manchmal unheimliche Figuren. Versteckt zwischen den Lippen, am Bauchnabel beim Buddha, an kleinen Schlitzen zwischen Verzierungen usw. finden sich die Einfluglöcher für die Bienen.
Eine Beute, nämlich der kleine Ritter, steht auch im Hof des Vöhlinschlosses, ist aber gerade „unbewohnt“.
Weiter geht es in den ersten Stock, wo sich die eigentlichen Ausstellungsräume des Bienenmuseums befinden. Es sind nur wenige Räume, die wie Bienenwaben miteinander verbunden sind, aber trotzdem gibt es jede Menge zu entdecken und zu lernen.

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Ritter-Beute vor dem Vöhlinschloss

Bienen in Bernstein

Gleich im ersten Raum sehen wir in Bernstein eingeschlossene Bienen. Sie wirken fast noch lebendig, als wären sie gerade eben noch auf eine Blüte geflogen, und trotzdem sind sie Millionen Jahre alt. Über drei Lupenbrillen können die Bienen stark vergrößert betrachtet werden. Man sieht genau die Härchen auf ihren Beinen, die Adern an den Flügeln und ihre Fühler.
Durch die dritte Brille guckt einem die Biene mit ihren Facettenaugen direkt entgegen. „Das ist ein bisschen gruselig!“, findet unser Florian und sieht sich lieber noch eine Weile die anderen Bienen an.

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Eingang zum Bayerischen Bienenmuseum

Zu sehen gibt es alte Imkerwerkzeuge, Bienenkörbe, Waben, Honigschleudern und viele Bilder von Imkern bei der Arbeit. In einem kurzen Film erfahren wir, wie früher Kerzen aus Bienenwachs hergestellt wurden.
Sehr interessant ist auch, auf Bildern zu sehen und nachzulesen, wie früher Bienengift gewonnen wurde. Daraus wurden schon früh Rheumamedikamente wie Forapin hergestellt.

Biene Maja wird geboren

Während wir Großen die Schautafeln lesen, haben die Kinder die Biene Maja entdeckt. Die allererste Folge der süßen Kinderserie wird auf einem Monitor gezeigt. Es ist die alte Version aus den Siebzigern, die aber auch viel mehr Charme hat, als die neu aufgemotzte Biene Maja 2.0.

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Biene Maja – die spannende 1. Folge

Als Karel Gott die Titelmelodie anstimmt, summen auch Mama und Papa leise mit: „In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Biene sehr bekannt, von der sprach alles weit und breit. Und diese Biene, die ich meine nennt sich Maja…“
Gespannt sitzen selbst unsere coolen Jungs vor dem Bildschirm und beobachten, wie sich Maja aus ihrer Wabe befreit, ihre Lehrerin und Willi kennenlernt und gleich mal in den Honigbottich fällt.

Gläserner Bienenstock

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Gläserner Bienenstock

Das Highlight der Ausstellung in dem Museum in Bayern ist aber der gläserne Bienenstock. Wir stehen staunend davor und beobachten, wie es hinter der Glasscheibe wuselt und summt. Die Bienen bauen Waben, füttern Larven und verarbeiten Pollen, während sich die Kids die Nasen an der Scheibe plattdrücken. Legt man ein Ohr an einen der kleinen „Hörschlitze“ im Holz, hört man das Summen der Bienen. Am Einflugloch sehen wir die aufmerksamen Wächterbienen, die genau aufpassen, dass kein Honigräuber in den Stock gelangt. Vom Einflugloch führt ein gläsernes Rohr zum offenen Fenster, so können die Bienen ausfliegen, ohne sich im Museum zu verirren und Besucher können nicht gestochen werden.

Quizfrage: Wie lange lebt die Bienenkönigin?

Am Ende der Veranstaltung wartet ein Quiz am Touchscreen auf die Besucher.

Bayerisches Bienenmuseum Vöhlinschloss Illertissen

Kurze Regenwanderung zum Vöhlinschloss

Immanuel, unser Ältester, stellt sich gleich der Herausforderung. Woher bekommen Bienen das Wachs für die Waben? Wie viele Jahre lebt eine Bienenkönigin? Womit wird die Bienenkönigin ernährt? Für jede richtige Antwort füllt sich eine virtuelle Honigwabe mit Honig. Pro Runde gibt es sieben Fragen. Immanuel schafft einmal fünf und einmal sechs Waben, da hat er wohl gut aufgepasst.
Nachdem sich jeder dem Wissenstest gestellt hat, verlassen wir nach zwei informativen und interessanten Stunden das Bienenmuseum wieder. Davor haben wir uns aber im Museumsladen noch mit echtem Bienenhonig und Honiggummibärchen eingedeckt – lecker!

Unser Fazit:

Wer sich für Bienen und die Imkerei interessiert, ist in diesem Museum in Bayern gut aufgehoben. Aber auch für Familien mit Kindern ab etwa 5 Jahren gibt es hier jede Menge zu erfahren und zu entdecken. Die Ausstellung ist liebevoll, detailreich und streckenweise auch kindgerecht gestaltet und ist für einen kurzweiligen Nachmittag (vor allem bei Schlechtwetter) auf jeden Fall empfehlenswert.

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