Dagmar Derck
27
Mai
Spielplatz Krumbach
Keine
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Krumbach, das Wasser und mo(o)re – lausch(tour)ig

Ein sonniger Feiertag im Mai! Radtour! … nein, die kurzen Beine wünschen sich was Entspannteres. Lauschtour! Klingt spannend. Ist es auch. Wir entscheiden uns für einen Familienausflug nach Krumbach. Wasser zieht immer!

Wir lassen die Räder in diesem Falle also zuhause stehen – obwohl man Krumbach natürlich wunderbar auch über Günztal- und Kammeltalradweg erreichen könnte und dabei nach Lust und Laune über einen der Rüberradler vom Günz- ins Kammeltal wechseln könnte – und erreichen Krumbach mit dem Auto. Dieses stellen wir am Stadtrand auf dem Parkplatz in der Adolf-Kolping-Straße ab. Von dort aus führt uns der Weg von Norden in die Stadt – direkt vorbei an einer Reihe toller Spielplätze, über die Kammel zum Startpunkt der Lauschtour „Krumbach und das Wasser“ am Zusammenfluss von Krumbach und Kammel.

Zwischen Mühlkappelle und St. Michael

Ein wunderbarer Spaziergang durch den herrlichen, sehr gepflegten Stadtgarten im fantastischen Frühlingsgrün, mit Springbrunnen und schönen Blicken auf die Mühlkapelle und den Turm von St. Michael führt uns zu Lauschtour Station 2, dem Hürbener Wasserschloß in der Karl-Mantel-Straße. Momentan ist dort leider Baustelle, das Gebäude trotzdem imposant und seine Geschichte rund um das Fundament im Moor spannend. Direkt neben dem Wasserschloß entsteht derzeit ein weiteres neues Hotel in Krumbach. Gegenüber blüht malerisch der Mohn.

Wir folgen der erst kürzlich neu gestalteten Karl-Mantel-Straße zurück Richtung Westen. Vorbei an einer schönen Eisdiele, die wir uns aufgrund der Tageszeit für später vormerken, zur Fußgängerbrücke und Station 3 der Tour. Entgegen der Empfehlung nutzen wir direkt die Gelegenheit für einen kurzen Abstecher in die Rokoko-Kirche St. Michael und zünden für die Restfamilie ein paar Kerzen an.

Kneipp, Silber, Mehl, Müsli und Judentum

Von St. Michael aus führt uns der Weg durch die Krumbacher Innenstadt zum Marktplatz mit seinem hübschen alten Rathaus und schöner Freiluftgastronomie. Von hier aus geht es leicht bergab vorbei an der Silbermanufaktur Gebrüder Reiner wieder zurück zur Kammel. Hier treffen wir auch auf den Kneipp-Rundweg der Stadt Krumbach und eine tolle Radler-Rast-Station mit Kneipp-Armbecken incl. Garderobenständer unter freiem Himmel, E-Bike-Ladestation und Bäckerei/Café mit schattigen Sitzinseln.

Kurz davor informiert uns Station 4 der Lauschtour über den Hochwasserschutz in Krumbach. Kaum zu glauben, was das Wasser hier schon alles angerichtet hat und wie ausgefeilt das Sicherungssystem nun ist. Da sieht man wieder einmal, wofür Rechnen alles gut ist.

Tradition und Moderne

Wir überqueren die Straße und nähern uns der beeindruckenden, riesigen und noch erfolgreich betriebenen Leidescher Kunstmühle beinahe direkt in der Stadt. Am liebsten würden wir mal einen Blick hinein werfen und sehen, wie dort produziert wird, aber es ist ja Feiertag. Ansonsten kann man im Mühlenladen dort direkt frisches Müsli etc. kaufen.

Also geht es weiter gen Osten, zurück in die Grünanlagen parallel zur Kammel. So erreichen wir Station 6 beim alten Flussbad. So wurde damals gebadet? Zuletzt hatten wir letzten Sommer ein solches Damenbad in Zürich gesehen. Schade, dass das Bad hier heute nicht mehr existiert. Wir wären hinein gesprungen ins Kammel-Bad.

Wir ziehen schweren Herzens weiter zu Station 7 und 8. Zum Ehemaligen Synagoge und dem Jüdischen Haus, dem heutigen Mittelschwäbischen Heimatmuseum. Die Herzen werden nicht leichter. Wie viele Juden damals in Krumbach lebten und ihm zu Reichtum und Ruhm verhalfen …. und wie wenige davon übrig blieben. Ein ganz schwarzes Kapitel der Geschichte – auch für Krumbach in Mittelschwaben. Trotz des bösen Hintergrundes schön, die jüdische Geschichte hier anschaulich erleben zu können.

Vom Mittelschwäbischen Heimatmuseum aus führt die Lauschtour über den Badweg normalerweise hinaus gen Osten empor zum Heilbad Krumbad. Wir kürzen diesmal ab und laufen die Karl-Mantel-Straße zurück, nochmals am Wasserschloss vorbei und zur eingangs entdeckten Eisdiele. Wenn man schon nicht baden kann, gönnen wir uns hier eine leckere Erfrischung.

… nächstes mal per Rad nach Krumbach … oder auch woanders lauschen …

Ein rundum gelungener Familienausflug, der für alle etwas zu bieten hatte. Nächstes mal aber fahren wir mit dem Rad nach Krumbach – und fahren ggf. mit dem Zug wieder zurück.

detailliertere Informationen zur Lauschtour „Krumbach und das Wasser“:

  • www.familien-und-kinderregion.de/poi/lauschtour-krumbach-und-das-wasser
  • www.bayerisch-schwaben.de/krumbach-und-das-wasser
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