Gastbeiträge
19
Mai
Hammerschmiede in Naichen
Ein
Kommentar

Hammerschmiede Naichen: Eisen soll man schmieden, solange es noch heiß ist…

…von Botschafter-Familie Gebauer:
Das dachten wir uns an diesem Sonntag auch und fuhren an der Abzweigung zum LEGOLAND vorbei, weiter nach Naichen. Dort gibt es die Hammerschmiede und Stockerhof, von der wir schon öfters gehört und im Internet gelesen hatten, die wir aber noch nie besucht hatten.

Aus dem Internet wussten wir auch, dass es an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat Schmiedevorführungen gibt, also war dieser Sonntag wohl ideal…

Museum Hammerschmiede

Museum Hammerschmiede

Die Hammerschmiede in Naichen

Die Hammerschmiede war bis 1980 noch in Betrieb und wurde in den letzten Jahren zum Museum umgebaut. Das Museum ist leicht zu finden, bereits an der Ortseinfahrt Naichen gibt es das erste Hinweisschild, an der Ortsausfahrt findet sich die Abzweigung und am Ende der kleinen Straße ist der (kostenlose) Parkplatz zum Museum.
Wir hatten Glück, heute war Internationaler Museumstag und daher der Eintritt frei. Aber auch an „normalen“ Sonntagen ist ein Preis von 3,00 Euro für die Familienkarte I (2 Erwachsene und 2 Kinder) sehr familienfreundlich!

 

Volles Programm in der Hammerschmiede in Naichen

Da heute Internationaler Museumstag war, gab es auch allerhand Programm. Der Generator zu Stromerzeugung lief auf Hochtouren, in der Esse brannte schon ein Schmiedefeuer und der Schmied bearbeitete schon schwitzend ein Stück Eisen, um es zu einer Strebe für ein Treppengeländer zu formen. Schon von weitem war das rhythmische Hämmern zu hören.
In der Werkstatt roch es nach Metall, Schmieröl, Ruß und altem Holz. Die großen, schweren Maschinen, die der alte Schmied Serafin Stocker damals benutzte, standen da: der respekteinflößende Krafthammer, die scharfe Metallsäge, der alte Amboss, der blank polierte Schleifstein usw.
Große Schautafeln erklären anschaulich, wofür die Maschinen benutzt werden.

Hammerschmiede: Der Schmied bei der Arbeit

Hammerschmiede in Naichen

Hammerschmiede in Naichen: Der Schmied bei der Arbeit

Wer vom Lesen genug hatte, konnte eine Weile dem Schmied beim Werken zusehen oder in die hinteren Räume der Werkstatt gehen.
Dort sah man noch die Zahnräder der alten Turbine und einen Teil der neuen Turbinenanlage, konnte auf das Wehr hinausgehen und selbst verschiedene Antriebssysteme wie Nockenwelle und Winkelgetriebe ausprobieren.

 

In der Hammerschmiede: Die alte Schmiedewohnung

Hammerschmiede Naichen: Einblicke ins Leben

Hammerschmiede Naichen: Einblicke ins Leben

Im oberen Stockwerk des Museums ist noch die alte Schmiedewohnung mit der ursprünglichen Einrichtung vorhanden und man erfährt viel über das Leben auf dem Stockerhof, wie eng privates Leben und der Betrieb miteinander verknüpft waren und wieviel Arbeit das Ehepaar Stocker in den Betrieb investiert hatte. Im alten Schmiedelager wird ein interessanter Film gezeigt, wie der Schmied früher den Wasserzufluss zur Turbine von Hand regulieren musste und wie er dann mit seinen Maschinen arbeitete.

Hammerschmiede Nachen: Beim Basteln

Hammerschmiede Nachen: Beim Basteln

 

Rahmenprogramm beim Internationalen Museumstag

Nachdem wir das Museum genau erkundet hatten, zog es die Kinder zum Rahmenprogramm. Mehrere Bierbänke und Tische auf der Wiese und jede Menge Holz, Wolle, Papier, Glitzer-Deko und Farben und Kleber luden zum Basteln ein. Die Jungs bauten unter Anleitung und Hilfe vom Papa ein Holzschiff mit Schaufelrädern, das sie dann gleich am Bach vor dem Museum testeten.
Unser Mädchen und Mama machten derweil eine Halskette mit Glitzersteinen, einen kleinen, bunten Holzfisch und ein „Schmiede-Gespenst“ aus Stoff, mit Watte gefüllt und mit grünen Woll-Haaren auf dem Kopf.

 

Kaffee und Kuchen in der Hammerschmiede

Nach Schmiedevorführung und Basteln wurden wir langsam hungrig. Jeden Sonntag gibt es im Stockerhof neben der Schmiedewerkstatt Kaffee und Kuchen gegen eine kleine Spende.
Es gibt verschiedene Kuchen zur Auswahl und an den liebevoll gedeckten Tischen steht der Kaffee in großen Thermoskannen schon bereit. Unsere Kinder ließen sich den Kuchen schmecken, während wir großen noch ein wenig in Prospekten und Büchern zur Hammerschmiede blätterten.

Unser Fazit:
Kein Riesenmuseum mit interaktiven Animationsprogrammen und erlebnispädagogischen Vorführungen, aber dafür authentisch. Man sieht, riecht und hört noch, wie es damals war…
Geht man dann nach oben in die alte Wohnung, hat man das Gefühl, in die Vergangenheit zu reisen. Man erfährt viel Wissenswertes zum Schmiedehandwerk, zu alten Maschinen und zur Stromerzeugung.

Der Eintritt ist mit 1,50 Euro für Erwachsene und 0,50 Euro für Kinder oder eben 3,00 Euro für die Familienkarte wirklich sehr moderat.
Geöffnet ist das Museum nur sonntags von Ostern bis Anfang November, von 13:00 bis 17:00 Uhr. Ein Besuch an den Vorführ-Sonntagen (1. + 3. Sonntag im Monat) lohnt sich auf jeden Fall, wenn man 1-2 Stunden Zeit hat.

Wir können die Hammerschmiede Naichen nur weiterempfehlen!

Nächster Programmpunkt ist übrigens der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag, 25.05.2015!

 

Auf der Website finden sich alle aktuellen Informationen der Hammerschmiede Naichen.

Kommentare
Das sagen andere ...
  1. Dagmar Derck Dagmar Derck says:

    Toller Bericht! Man kann die Atmosphäre und das alte Handwerk dort förmlich mitriechen! Hört sich wirklich nach einem spannenden Besuch dort an!

    Falls Euch der Sinn mal wieder nach einem kleinen, aber feinen, authentischen Museum steht, der Landkreis Günzburg hat noch mehrere davon zu bieten – zum Beispiel das Weberei- oder Schreinerei-Museum in Ziemetshausen. In Kürze erscheint der neue Museumsführer, der einen guten Überblick über die vielfältigen Museen in der Familien- und Kinderregion bietet. Mehr dazu bald auf http://www.familien-und-kinderregion.de.

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