Gastbeiträge
21
Aug
Geopark Ries
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Geopark Ries – Ofnethöhlen, Heckenwanderung und Keschern

…von Botschafter-Familie Glasner:
Auf unserem Weg in den Geopark Ries fragen wir uns, was uns wohl dort erwarten würde. Wir haben eine individuelle zweistündige Führung mit einer zertifizierten Geopark-Führerin gebucht. Die Erwartungen sind groß – und so viel sei schon verraten: Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht, sondern übertroffen.
Als Treffpunkt haben wir die Villa Rustica unterhalb der Ofnethöhlen am Riegelberg vereinbart. Schon als wir ankommen, sind wir beeindruckt. Hier sieht alles so anders aus als bei uns zu Hause in Augsburgs westlichen Wäldern.

Villa Rustica

Geopark Ries

Villa Rustica

Das klingt irgendwie nach Pizzeria, oder? Nein! Natürlich gehen wir heute hier nicht Pizzaessen. Wie wir von Eva, unserer Führerin, und Knut, dem Außerirdischen, erfahren, war hier am Fuße des Riegelbergs einst ein römischer Gutshof angesiedelt. In dessen Ruinen finden sich Zeichen einer längst vergangenen Zeit. Zum Beispiel Abdrücke fossiler Lebewesen. Um das ganze anschaulicher zu gestalten, hat Eva eine große fossile Schnecke aus Plastik zu Anschauungszwecken dabei. In ihrem Wagen, den wir hinter uns her ziehen, finden sich übrigens noch viele andere tolle Anschauungsobjekte und jede Menge Ausrüstung, die wir im Laufe der Führung noch brauchen werden. So viel sei hier schon verraten.

Nachdem uns Eva noch kleine weiße Schnecken gezeigt und uns ein bisschen über den Meteoriteneinschlag im Ries informiert hat, geht es los. Wir machen uns auf den Weg hinauf zu den Höhlen. Halt! Stopp! Auf dem Weg entdecken die Kinder jede Menge Hinterlassenschaften von Schafen und Ziegen, die hier bis vor kurzem auf den Magerböden geweidet haben. Da holt Eva sofort die Lupe raus und alles wird genau untersucht. Welche Tiere sind in der Wiese zu finden? Was machen die wohl dort? Warum sind sie wichtig? All das erklärt uns Eva ausführlich.

Die Ofnethöhlen

Geopark Ries

Höhlenforscher

Wir klettern weiter hinauf zu den Höhlen. Die Kinder sind begeistert. Übrigens kann man auch den etwas weniger anstrengenden Weg an den Hecken vorbei nach oben gehen. Von daher muss man nicht zwingend klettern, wenn man nicht will oder vielleicht nicht so gut zu Fuß ist. Aber es macht natürlich unheimlich Spaß! Bei den Höhlen angekommen, hat Eva die passende Ausrüstung für eine Höhlenexpedition dabei. Helme für die Kinder. Und sie werden noch mit einem Seil aneinander gebunden, gesichert. Dann geht es los. Mit Taschenlampen bewaffnet betreten die Kinder die Höhle.Geopark Ries Da es in der Nacht vor unserem Besuch geregnet hat, tropft es von der Decke. Spannend. Die Kinder entdecken verschiedene kleinere Aushöhlungen und Eva erzählt uns ein bisschen etwas über Fledermäuse.

Die Kinder dürfen zum Abschluss noch durch einen kleinen Durchgang klettern. Abschließend geht es ganz hinauf auf den Riegelberg. Von dort aus kann man nach Baden-Württemberg hinüber sehen und hat auch sonst einen tollen Ausblick.

Die Heckenwanderung

Geopark RiesDer Rückweg nach unten führt uns an Wacholder- und Hagebuttenbüschen vorbei. Wer weiß, wie lange Wacholderbeeren auf dem Strauch bleiben? Kurz überlegen…. 3 Jahre! Da waren wir überrascht, als Eva uns das erzählt hat. Wir riechen an verschiedenen Pflanzen und untersuchen die Sträucher und Wiesenbewohner mit der Lupe. Wir entdecken Larven in den Hagebuttensträuchern und versuchen rückwärts den Hang hinauf und hinunter zu gehen. Das ist nicht so einfach, wie man meinen könnte. Zum Abschluss darf jeder noch ein Bild aus Blüten malen.

Wir haben es übrigens die ganze Zeit nicht geschafft einen Grashüpfer zu fangen. Und das, obwohl wirklich bei nahezu jedem Schritt welche vor einem im Gras hüpften. Deshalb zeigt uns Eva noch einen Grashüpfer, den wir uns genauer anschauen. Außerdem erklärt uns Eva noch, welche Vögel am Riegelberg leben.

Das Keschern

Darauf haben sich die Kinder gefreut, seit wir oben an den Höhlen waren: Das Keschern! Also… Gummistiefel an und rüber zum kleinen Bach.

Geopark RiesEva hat wieder alles dabei: verschiedene Kescher, Lupen, Eimer etc. Die Kinder fischen alles aus dem Bach, was nur geht. Kleine Krebse, Wasserläufer etc. Alles wird genauestens in der Schüssel untersucht, betrachtet und bestaunt. Und Eva erklärt alles ausführlich und beantwortet alle Fragen der Kinder. Und da sind echt viele…
Da es um diese Jahreszeit hier keine Kaulquappen gibt, hat Eva wieder Anschauungsmaterial dabei, um die Entwicklung der Kaulquappe zum Frosch zu erklären.

Obwohl die Kinder sich noch ewig am Bach beschäftigen könnten, sind wir nun am Ende unserer Führung angelangt. Eva packt wieder alles ins Auto und die Kinder bekommen als Erinnerung noch eine kleine Lupe, eine Schatzkiste zum selbst Basteln und eine Kette mit einem Schneckenhaus geschenkt. Eine tolle Erinnerung an einen tollen Nachmittag! Wir sagen: Danke, Eva!

Unser Tipp

Festes Schuhwerk ist zum Klettern hinauf zu den Höhlen unbedingt erforderlich. Auch lange Kleidung macht Sinn, da die Heckensträucher sehr stachelig sein können. Fürs Keschern an Gummistiefel denken und unbedingt ein Gefäß für die ganzen gesammelten Schätze mitnehmen. Und den Fotoapparat oder das Handy dabei haben – der Blick von oben ist wirklich atemberaubend schön!

Unser Fazit

Geopark RiesEs war ein wunderschöner abwechslungsreicher Nachmittag, den wir nur jedem empfehlen können. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, denn es war nicht zu heiß. Bei großer Hitze kann es nämlich am Riegelberg sehr warm werden. Auch die Kinder hatten richtig viel Spaß und ihr sowieso schon vorhandenes Interesse für die Natur wurde durch die Führung noch vertieft. Für Stadtkinder ist die Führung bestimmt noch interessanter, da diese sonst nicht die Möglichkeit haben, die Natur in ihrer ganzen Pracht so ausführlich zu entdecken und erleben.
Mit dem Kinderwagen kann man die Höhlen übrigens nicht besichtigen. Der Weg hinauf ist steil und holprig.

Infos und Adresse
http://www.geopark-ries.de/fuehrungen/
Unsere Führerin war übrigens Eva Wenninger. Wir können sie auf jeden Fall empfehlen. Sie geht super auf Kinder ein und die Kinder haben sie auch gleich in ihr Herz geschlossen. Und das ist bei unseren Kindern nicht so schnell und vor allem nicht bei jedem der Fall.

Infomaterial kann jederzeit bestellt werden unter:
http://www.geopark-ries.de/infomaterial/

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